Mit einer Affenhorde den Regenwald durchkämmen

Copyright by David Rouge
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Seit Ende 2004 ist das Öko-Tourismusangebot in Bayanga um eine Aktivität erweitert worden. Mit Hilfe verschiedener Forscher und der Pygmäen im Forschungscamp Bai Hokou konnte eine Mangabe Affenfamilie (Cercocebus agilis, Olivmangabe) an menschliche Besucher und Begleiter gewöhnt werden. Mangabes sind mittelgroße Affen (Männchen wiegen zwischen 7 – 12 kg, Weibchen zwischen 5 -7 kg) die ihrem Namen durch ihre lebhafte Natur alle Ehre machen (agile, fr. lebhaft, beweglich). Sie können aus nächster Nähe (unter 10 metern) über Stunden im Wald bei der Futtersuche und beim Umgang miteinander beobachtet werden. Die flinken Hände suchen Baumblätter auf dem Boden nach Insekten ab, greifen in Baumhöhlen und holen neugierig alles eventuell Essbare heraus, graben Pilze aus, pflücken reife Früchte aus den Bäumen und lausen natürlich auch den "Mit-Affen". Mangabes verfügen über ein ausgeprägtes vokales Repertoire und Männchen haben einen Stimmsack um ihre eindringlichen „Whoop“-Laute durch den Wald zu verstärken und ihnen so eine Kommunikation mit dem Rest ihrer Gruppe sowie anderen Gruppen zu ermöglichen.

Das Besondere an den Hauben-Mangaben ist, dass diese Affen auch am Boden sehr aktiv sind so dass man sie leichter sehen und verfolgen kann als andere Affen, die sich vorzugsweise in den Baumwipfeln aufhalten. Die Gruppe welche in Bai Hokou verfolgt wird ist von außergewöhnlicher Größe und umfasst mehr als 200 Individuen, welche sich über mehrer km2 im Wald verteilt und sich für gewöhnlich in der Nähe der zahlreichen Lichtungen aufhält. Der Prozess der Habituation ermöglicht die Beeobachtung diese reativ unbekannte Art auch in relativ geschlossener Vegtation.. Bereits seit den ersten Monaten gelang es dem PHP Team aussergewöhnliche Beobachtungen zu machen, wie beispielsweise die opportunistische Jagd von Männchen auf junge Duker-Antilopen und die Geburtsperiode zur Jahreshälfte. Die Möglichkeit derartige große Gruppen erfodert ein komplexes Sozialverhalten der Mangabes, über welches noch viel geforscht und gelernt werden muss.

Von Bayanga zur Waldlichtung Bai "Hokou" (etwa 35 km) mit dem Forschungscamp fahren Sie etwa eine Stunde.