Waldelefanten

 
 
 
 
 

Waldelefanten, Loxodonta cyclotis, unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen der Savanne. Sie sind kleiner im Körperaufbau und Weibchen erreichen im Mittel eine Schulterhöhe von 2 Metern, während Männer 2,4 Meter erreichen. Savannen-Elefanten sind mindestens einen halben Meter größer (beide Geschlechter) als ihre Verwandten aus dem Wald. Das Elfenbein der Waldelefanten ist härter und dunkler als das der Savannen-Elefanten, was es bei Kunsthandwerker besonders beliebt macht. Elfenbein aus dem Wald wird auch als „hot“ oder „pink“ Elfenbein bezeichnet.

Sozial schliessen sich die Elefanten zu Familiengruppen zusammen, welche aus weiblichen ausgewachsenen Tieren und ihrem Nachwuchs bestehen. Es besteht das Matriarchat, der Anführer der Gruppe ist die älteste und erfahrenste Elefantenkuh. Sie führt die Gruppe und gibt ihr Wissen an die jüngeren Familienmitglieder weiter. Ausgewachsene Männchem leben ein solitäres Dasein, aber jüngere Bullen wurden dabei beobachtet wie sie Familienmitglieder über Vokalisationen gegrüßt haben. Junge Bullen können die Gruppe bereits im Alter von 5 Jahren verlassen, werden sich aber in der Regel in regelmässigen Zeitabständen mit ihrer Familiengruppe treffen. Weibliche Nachkommen verbleiben bei ihrer Familie ein Leben lang.

Wenn eine Elefantengruppe getrennt wird so ist es den Individuen möglich über Kilometer mit Hilfe von Vokalisierungen zu kommunizieren. Diese Schreie können von verwandten Familienmitgliedern erkannt werden und enthalten tiefe, unhörbare Frequenzen die über mehrere Kilometer durch den Wald dringen. Die Schreie helfen den Elefanten sich gegenseitig zu finden und ihre Bewegungen zu koordinieren.

Es gibt zwei Brunftzeiten in Dzanga, welche während der trockeneren Perioden des Jahres von Dezember bis März und July bis August stattfinden. Brünftige Männchen werden auch als in „musth“ (Engl.) bezeichnet. Bei den größten Bullen treten während der Brunft die folgenden physische Merkmale auf: Absonderung eines Sekrets der Schläfendrüsen, welches als dunkle Streifen an der Seite des Kopfes herunterläuft, sowie der kontinuierliche Ausfluss von Urin, welcher die Hinterläufe befeuchtet. Während der Brunft verbringen die Bullen einen Großteil ihrer Zeit mit der Suche nach paarungsbereite Weibchen, welche sie am Geruch und mit Hilfe ihres Gehörs aufspüren. Letztere geben um ihren Zustand zu signalisieren einen „Brunftgesang“ zum Besten, der aus lauten Schreien besteht die viele Kilometer durch den Wald vernehmbar sind. Während der Paarungszeit vokalisieren die männliche Elefanten weitaus weniger als die Weibchen, ihre Schreie sind dabei einem dumpfen Grollen ähnlich welches kaum hörbar ist.

Sobald ein Bulle ein paarungsbereites Weibchen findet, wird er sie für ein paar Tage und zwar während ihrer empfängnissbereiten Periode „beschützen“. Während dieser Zeit kommt es mehrmals zur Kopulation und der Bulle wird dem Weibchen Zugang zu den besten Minerallöchern auf der Lichtung verschaffen. Der Schutz des Weibchens durch einen größeren Bullen bewahrt sie ebenfalls vor Annäherungsversuche anderer Bullen, welche das Paar vom Rand der Lichtung her beobachten. Anschließend wird der Bulle das Weibchen auf der Suche nach anderen paarunsgbereiten Weibchen verlassen. Die Trächtigkeit dauert 22 Monate und ein einziges Kind wird geboren. Die Geburt von Zwillingen konnte in Dzanga noch nie beobachtet werden.